Georadaruntersuchungen an Schloss, Kirche und Kloster
Der Geschichtsverein Schlotheim beschäftigt sich neben dem Seilermuseum und Mühle, natürlich auch mit der Geschichte der Stadt. Die geschichtsträchtigsten Orte der Stadt sind:
das Schloss
die Kirche und
das Kloster
Alle Gebäude haben im Laufe der Jahrhunderte bauliche Veränderungen erhalten. Die Unterlagen über die Vorgängerbauten sind durch Brände, Kriege und Plünderungen verloren gegangen.
Oftmals wurde nur „oberirdische" Veränderung vorgenommen, während die alten Grundmauern und Keller teilweise erhalten blieben.
Um diese alten Grundmauern wieder sichtbar zu machen, plant der Geschichtsverein auf dem Schlosshof, im Klostergelände und an der evangelischen Kirche Bodenradar Untersuchungen vornehmen zu lassen. So kann der Ursprung von Burg, Kirche und Kosters rekonstruiert werden.
Dafür wurden Gespräche mit Jürgen Roth, einem Geophysiker der Firma Bo-Ra-tec aus Weimar geführt und die ausgewählten Orte besichtigt.
Schloss
Die Vorgängerbauten des Schlosses wurden beim Stadtbrand 1766 in Mitleidenschaft gezogen. Zu dieser Zeit waren Teile der damaligen Burg bereits baufällig.
Die Burg wurde zurückgebaut und auf dem Gelände ein Schloss errichtet. Die Gebäude der oberirdischen Burg gingen dabei verloren. Unterirdisch dürften noch Mauerreste zu finden sein. So wurden in historischen Beschreibungen ein Bergfried mit umgerechnet 40 m Höhe, eine Pallas, (Wohn- und Repräsentationsgebäude) und eine Zugbrücke, zu der auch ein Torhaus gehört, erwähnt. Im Ergebnis unserer Keller Untersuchungen haben wir zugemauerte Kellergänge entdeckt. Die Kellergänge führen in Richtung Schlosshof, das heißt, dass sich dort weitere Keller befinden müssen. Auf diesem Gelände muss sich auch ein Brunnen befunden haben, dessen Platz auch unbekannt ist.
Stadtkirche
Die Stadtkirche wurde 1547 bei einem Stadtbrand schwer beschädigt. Der Kirchenbau war eine dreischiffige Basilika. Die zwei Seitenschiffe wurden nach dem Brand nicht wieder aufgebaut. Hier fehlen uns Hinweise auf die Größe dieser Gebäudeteile. Die westliche Giebelwand wurde anscheinend auch zerstört und in späterer Zeit neu errichtet, wobei das mittlere Kirchenschiff eingekürzt wurde, somit ist unklar, wie groß die Kirche vormals war und ob sich auf der Westseite möglicherweise ein Kirchturm befand.
Weiterhin wollen wir versuchen, innerhalb der Kirche die Lage und Ausdehnung der Krypta in Erfahrung zu bringen. Diese Krypta ist die Grablege der Familie von Hopffgarten und wurde 1927 im Rahmen einer umfassenden Renovierung der Kirche verschlossen.
Kloster
Das Kloster wurde bereits 1543 säkularisiert und zu einer fürstlichen Domäne. Im Verlaufe der nachfolgenden Jahrhunderte erfolgen immer wieder Umbauten. So wurde die Domäne den wirtschaftlichen Bedürfnissen angepasst. Dabei gingen alle Hinweise auf einen Kreuzgang und die Wohngebäude der Nonnen verloren. Die Fundamente der Gebäude müssten noch zu finden sein. In der vor ein paar Jahren abgerissenen Kirche des Klosters befand sich die Grablege der Familie von Schlotheim. Es ist noch nicht klar, ob es dazu eine Krypta gibt oder ob es sich um Erdbestattungen in der Nähe des Altars handelt.
Wir beabsichtigen mit dieser Untersuchung auch möglicherweise Gestaltungselemente für die zukünftige Nutzung des Geländes bereitstellen zu können.
Die Untersuchungen sollen noch in diesem Jahr beginnen und wir sind gespannt auf die Ergebnisse.

